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Podcast 02: Stefan Weiß-Fanzlau

Nachhaltigkeit bedeutet Verantwortung und Inspiration.

Unternehmen werden immer öfter in Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet.
Die Verantwortung der Unternehmen zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung ist groß und die es bereits tun, sind Inspiration für andere. Suchen Sie noch Inspiration? Dann lesen Sie weiter.

Stefan Weiß-Fanzlau, engagiert sich ehrenamtlich beim Klimavolksbegehren neben seinem Hauptberuf als Marketing Manager bei einem internationalen Telekommunikationskonzern. Er gehört zu den Vereinsgründern des Klimavolksbegehrens, dort leitet er das gesamte Marketing.

In unserer zweiten Podcastfolge #togethersustainable erzählt er uns, welche Chancen er für internationale Konzerne und kleine Unternehmen in Hinblick auf Nachhaltigkeit sieht und welche ersten Schritte man heute noch tätigen kann, um ökologisch-soziales Handeln im Unternehmen wirkungsvoll voranzutreiben.

Solange Unternehmen nicht verpflichtet sind nachhaltig zu wirtschaften, wird es für viele zu einem Wettbewerbsnachteil. Viele Unternehmen möchten nachhaltig agieren können es allerdings nicht, da ihnen die benötigten Ressourcen fehlen. Ein weiterer Nachteil dabei ist, dass sie mit Unternehmen in Konkurrenz treten die Nachhaltigkeit nicht in Ihre Unternehmensstrategie einfließen lassen.

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Bei wem liegt die meiste Verantwortung? Gesellschaft, Politik oder der Wirtschaft?

Die Verantwortung liegt bei der Gesellschaft, Politik und den Unternehmen. Ein riesiges Puzzle bei denen alle drei Komponenten an einem Strang ziehen müssen, um hier auch wirklich etwas voranzutreiben. Privates Engagement ist wichtig, bringt allerdings wenig, solange die beiden anderen Komponenten nicht mitwirken.

Welche Chancen siehst du für internationalen Konzerne in Hinblick auf Nachhaltigkeit?

Natürlich gibt es viele Chancen. Allerdings sollte es Pflicht für internationale und börsennotierte Konzerne sein. Denn sie sind eigentlich die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Fortbestand.

Alles und jeder wird nicht zu Unrecht immer öfter in Hinblick auf Nachhaltigkeit geprüft. Egal ob Konzerne oder Konsumenten. Sie stehen immer im medialen Interesse. In der heutigen Zeit wäre es ein strategischer Fehler Nachhaltigkeit nicht proaktiv nach Außen zu tragen – auch für national agierende Konzerne. Eine Bewertung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens liegt sowohl bei externen Rating Agenturen als auch bei den Konsumenten.

Hand in Hand gehen die Aspekte Umwelt und Soziales. Beide sollten in der Unternehmensstrategie verankert sein. In unserer globalisierten Welt haben Umweltprobleme meistens einen Einfluss auf die Gesellschaft. Umso bedeutender ist es beide Aspekte im Zusammenhang zu bewerten.

Derzeit herrscht ein Ungleichgewicht in der Verteilung der Ressourcen in der Wirtschaft. Vor allem kleine Unternehmen haben oft nicht die finanzielle Kraft und stehen vor dem Risiko aufgrund des Wettbewerbsnachteils verdrängt zu werden. Auf lokaler und nationaler Ebene müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine nachhaltige Transformation zu fördern und zu unterstützen.

Stefan ist sich sicher: Nachhaltigkeit ist in den Köpfen der Mitarbeiter verankert. Allerdings sind Mitarbeiter oft gebunden an die Vorgaben des Mutterkonzerns und können den Wunsch nach Nachhaltigkeit oft in der eigenen Abteilung nicht umsetzen.

Als Mitarbeiter eines nicht nachhaltig orientierten Telekommunikationskonzerns, versucht Stefan Weiß-Fanzlau Nachhaltigkeit im Job einfließen zu lassen. Er sieht allerdings eine große Verantwortung bei Telekommunikationsunternehmen, wenn man bedenkt wie viel Smartphones und Hardware unter die Menschen gebracht werden und welche Umweltschäden diese mitsich bringen. Telekommunikationsunternehmen haben einen großen Einfluss auf den Produktlebenszyklus der Hardware. Beispielsweise könnte man mit Hardware-Replacement Programmen für beide Seiten, Unternehmen und Konsument, eine Win-win-Situation schaffen.

Nachhaltigkeit bedeutet Verantwortung: Umweltbewusstes handeln muss belohnt werden.

Erste Ansätze für die Bewusstseinsbildung für nachhaltigen Konsum gibt es bereits. Umweltbewusstsein soll belohnt werden. Dabei tragen Unternehmen eine Teilverantwortung bei der Belohnung der Konsumenten für umweltbewusstes Handeln.

 

Erste Maßnahmen um ökologisch-soziales Wirtschaften ins Rollen zu bringen

  1. Definieren Sie Ihr Kerngeschäft
    Befassen Sie sich intensiv mit Ihrem Kerngeschäft und fragen Sie sich welche Auswirkungen hat dieses auf Gesellschaft und Umwelt.
  2. Definieren Sie Ihre Stakeholder
    Fragen Sie sich: Wer beeinflusst das Kerngeschäft und wie groß ist der Einfluss auf das Kerngeschäft?
  3. Relevanz von Umwelt und Soziales (Direkt und indirekt)
    Definieren Sie, welchen Einfluss Ihr Kerngeschäft auf Umwelt und Gesellschaft hat. Erstellen Sie eine Bilanz von Material und Energieflüssen. Welche Flüsse werden in Bezug auf Ihr Produkt benötigt? Diese Bilanz können Sie entlang der gesamten Wertschöpfungskette Ihres Produktes bzw. Ihrer Dienstleistung erstellen.
  4. Aktivitäten und Maßnahmen festlegen
    Anhand der definierten Stakeholder und der Umweltbilanz Ihres Kerngeschäfts erhalten Sie einen guten Überblick der tatsächlichen und möglichen Auswirkungen. Setzen Sie erste Maßnahmen zur Ressourcenschonung und überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Geschäftsmodell kreislauffähig machen. Lassen Sie Ihre Ideen und Lösungsansätze nicht verfliegen. Bleiben Sie dran. Schritt für Schritt zu einem ökologisch-sozial orientierten Wirtschaften.
Einmal-Aktionen vermeiden

Nachhaltigkeitsmanagement wird oft verwechselt mit Corporate Citizenship in der Einmal-Aktionen, beispielsweise einmalige Spendenaktion oder Clean-Up-Days einmalig eine positive Auswirkung forcieren. Sie verbessern nicht unbedingt das Image eines Unternehmens. Um wirklich einen Unterschied zu machen, muss man sich ansehen was das tägliche Geschäft eigentlich verursacht.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Bewusstseinsbildung sowohl im Management als auch bei einzelnen MitarbeiterInnen. Unternehmen können ein Bewusstsein für die Tragweite und Konsequenzen aller Handlungen einer Person intern bewusst machen. Positive Visionen schaffen Inspiration und animieren Menschen zu nachhaltigem Handeln.

Drei Eigenschaften die Mann und Frau für einen zukunftsorientierten Wandel brauchen:

Ausdauer, Zuversicht und Weitblick.
Nach Inspiration und Alternativen suchen.
Verantwortung tragen.

#togethersustainable